Einsamkeit Archive - Psychotherapie Twenhöfel https://www.psychotherapie-twenhoefel.de Praxis für Psychotherapie in Münster Fri, 27 Jan 2023 14:55:25 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=5.6.17 Erst Corona, jetzt Krieg – wie wir unsere Psyche in Krisenzeiten stärken können https://www.psychotherapie-twenhoefel.de/erst-corona-jetzt-krieg-wie-wir-unsere-psyche-in-krisenzeiten-staerken-koennen https://www.psychotherapie-twenhoefel.de/erst-corona-jetzt-krieg-wie-wir-unsere-psyche-in-krisenzeiten-staerken-koennen#respond Fri, 27 Jan 2023 10:13:32 +0000 https://www.psychotherapie-twenhoefel.de/?p=3379 Kontaktbeschränkungen und Ausgangssperren, angeordnetes Home Office und Kurzarbeit, Maskenpflicht und Hamsterkäufe, geschlossene Kindergärten und Schulen im Notbetrieb – mit dem Coronavirus trat Anfang 2020 eine Pandemie ungeahnten Ausmaßes in unser Leben. Neben der akuten gesundheitlichen Belastung durch das Sars-Cov-2-Virus wurde auch unsere Psyche in diesen Zeiten vor große Herausforderungen [...]

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Kontaktbeschränkungen und Ausgangssperren, angeordnetes Home Office und Kurzarbeit, Maskenpflicht und Hamsterkäufe, geschlossene Kindergärten und Schulen im Notbetrieb – mit dem Coronavirus trat Anfang 2020 eine Pandemie ungeahnten Ausmaßes in unser Leben.

Neben der akuten gesundheitlichen Belastung durch das Sars-Cov-2-Virus wurde auch unsere Psyche in diesen Zeiten vor große Herausforderungen gestellt. Eine zentrale Rolle spielte dabei die anhaltende Ungewissheit über die Auswirkungen, die Ausbreitung und das Ausmaß einer Coronainfektion ebenso wie Einsamkeit, Existenzängste, fehlende Routinen und die Überforderung bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. In der Akutphase von Lockdown und Quarantäne war die Belastung für viele besonders hoch. Die Folge: Stress, Schlafstörungen, erhöhte Reizbarkeit und emotionale Erschöpfung.

Was selbst für resiliente Menschen ohne Vorerkrankung zur Herausforderung für die seelische Gesundheit werden konnte, stellte psychisch belastete Personen vor große Hürden. Sie erlebten den anhaltenden Ausnahmezustand mit Emotionen wie Angst, Wut und Hilflosigkeit noch intensiver. Als Folge verzeichneten viele eine Symptomverschlechterung bereits bestehender Erkrankungen.

Kaum ist es nun durch flächendeckende Impfkampagnen zumindest vorläufig gelungen, dem Virus als Katalysator für Angst, Panik und Depression den Wind aus den Segeln zu nehmen, folgt auf zwei Jahre Ausnahmezustand die nächste Krise: In Ost-Europe bricht ein Krieg aus.

Und zack sind sie wieder da: Gefühle wie Ohnmacht, Hilflosigkeit, Verzweiflung und Angst. Wird sich der Krieg weiter ausbreiten? Droht uns schon bald eine Lebensmittelknappheit? Wie können wir die steigenden Strompreise in diesem Winter noch bezahlen? So hält die Ungewissheit erneut Einzug in unser Leben.

Doch wie geht unsere Psyche mit dieser Abfolge von Krisen um? Die Resilienzforschung setzt sich mit genau dieser Frage auseinander und gibt wertvolle Tipps, mit denen wir die Widerstandsfähigkeit der Seele besonders in Krisenzeiten stärken und neue Kraft schöpfen können:

  • Gefühle nicht verdrängen

    Krisenzeiten rufen in den seltensten Fällen angenehme Emotionen in uns hervor. Wir fühlen uns sorgenvoll, ängstlich und hilflos. Manchmal kann es sogar zu starken negativen Gefühlen wie Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit kommen. Schnell neigen wir dann dazu, die unangenehmen Emotionen zu verdrängen. Doch diese Strategie hilft meist nur kurzfristig. Verdrängte Gefühle finden schnell ihren Weg zurück in unseren Leben und belasten uns nur noch stärker. Stattdessen kann es helfen, allen Gefühlen – positiven wie negativen – Raum zu schaffen. Schnell merken wir dann: Wenn wir sie für einen Moment einfach da sein lassen, ohne in Widerstand oder Vermeidung zu verfallen, lösen sich Angst, Wut und Verzweiflung oft von ganz alleine wieder auf.

  • Bewusst machen, was man schon alles geschafft hat

    Auch das Wissen darüber, im Leben schon viele Herausforderungen gemeistert und Krisen durchstanden zu haben, gibt uns Selbstvertrauen und Kraft für zukünftige Belastungsproben. Sich bewusst zu machen, welche schwierigen Zeiten im Leben bereits hinter einem liegen, kann Zuversicht und Hoffnung schaffen, dass es auch dieses Mal gut ausgehen wird.

  • Nachrichten achtsamer konsumieren

    Besonders in Krisenzeiten sind die Nachrichten von Horrormeldungen geprägt. Daher kann es ratsam sein, sich durch bewussten Nachrichtenkonsum vor der Überforderung durch reißerische Berichterstattung zu schützen. Nachrichtenquellen zu reduzieren, seriöse von dubiosen Quellen zu unterscheiden und feste Zeiten einzuführen, in denen sich informiert werden darf, können erste Schritte sein, um die Informationsflut in Krisenzeiten zu stoppen.

  • Über Ängste sprechen

    Indem wir unsere Sorgen Freunden und Familie anvertrauen, bemerken wir, dass wir mit diesen Emotionen nicht alleine sind. Nicht nur in Krisenzeiten helfen uns ehrliche Gespräche über unsere Gedanken und Gefühle, einen gesünderen Umgang mit Angst und Sorgen zu finden. In dem wir die verletzliche und sorgenvolle Seite aus Scham verstecken, schaffen wir andernfalls ein Ungleichgewicht zwischen unserem Erleben und Verhalten. Über unsere Gedanken und Gefühle zu sprechen, hilft uns, unsere äußere und innere Welt miteinander in Einklang zu bringen und Erfahrungen verarbeiten zu können.

  • Professionelle Hilfe holen

    Wenn Gespräche mit Familienmitgliedern und Freunden nicht mehr ausreichen, Sie Sorgen, Ängste und Antriebslosigkeit im alltäglichen Leben einschränken oder Ihre sozialen Beziehungen in Mitleidenschaft gezogen werden, kann es ratsam sein, sich an einen Therapeuten zu wenden, um einen Termin für ein unverbindliches Erstgespräch zu vereinbaren.

Hier erfahren Sie mehr zu meinem psychotherapeutischen Angebot.

Quellen:

Bildnachweis: ID 4057659 © Markus Winkler | pexels

Text & Layout: Praxis für Psychotherapie Janne Twenhöfel; Blogbeitrag: Selin Kahl

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Freundschaften https://www.psychotherapie-twenhoefel.de/freundschaften https://www.psychotherapie-twenhoefel.de/freundschaften#respond Sat, 30 Jan 2021 19:20:26 +0000 https://www.psychotherapie-twenhoefel.de/?p=3249 "In Freundschaften muss die Balance stimmen" Für das Patientenmagazin "Zimmereins" wurde ich für die erste Quartalsausgabe 2021 zum Thema Freundschaft interviewt. Besonders während der aktuellen Pandemie wird das Thema umso wichtiger. Der Wert Freundschaft und Beziehungen steigt während dieser herausfordernden Zeit. Während Vereine geschlossen sind, die Auswahl [...]

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„In Freundschaften muss die Balance stimmen“

Für das Patientenmagazin „Zimmereins“ wurde ich für die erste Quartalsausgabe 2021 zum Thema Freundschaft interviewt.

Besonders während der aktuellen Pandemie wird das Thema umso wichtiger. Der Wert Freundschaft und Beziehungen steigt während dieser herausfordernden Zeit. Während Vereine geschlossen sind, die Auswahl der Freizeitmöglichkeiten sehr eingeschränkt ist und die meisten derzeit im Homeoffice sind, spüren wir, wie bedeutsam Familie, Freunde und Bekanntschaften sind.  Das Gefühl von Verbundenheit und der Austausch miteinander, wenn auch derzeit eher digital, können positive Emotionen wie Zufriedenheit, Ruhe und Dankbarkeit auslösen. Besonders Singles als auch Menschen mit wenigen zwischenmenschlichen Kontakten fühlen sich oft einsam, was wiederum sich auf das psychische und körperliche Wohlbefinden auswirken kann. Einsamkeit kann krank machen, aber eine Dysbalance in Freundschaften stört ebenfalls unser Wohlbefinden und kann Stress erzeugen.

Erfahren Sie in dem Interview, welche Freundschaften uns guttun und welche nicht sowie, wie man in der aktuellen Zeit miteinander verbunden bleiben kann bzw. welche Auswirkung Einsamkeit auf unsere Gesundheit hat:

Bildnachweis: ID 5011967 ©Ramil Ugot | pexels

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Selbstfürsorge https://www.psychotherapie-twenhoefel.de/selbstfuersorge https://www.psychotherapie-twenhoefel.de/selbstfuersorge#respond Sun, 26 Jul 2020 19:22:46 +0000 https://www.psychotherapie-twenhoefel.de/?p=3182 Dein Selbstwertgefühl und dein selbstfürsorgliches Verhalten sind unmittelbar miteinander verknüpft und beeinflussen sich gegenseitig. Je weniger gut du über dich denkst, desto kleiner fällt dein eigener liebevoller Umgang mit dir selbst aus. Umgekehrt gilt das ebenso. Je weniger du dich liebevoll behandelst, desto weniger wertvoll fühlst du dich. Wenn [...]

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Dein Selbstwertgefühl und dein selbstfürsorgliches Verhalten sind unmittelbar miteinander verknüpft und beeinflussen sich gegenseitig. Je weniger gut du über dich denkst, desto kleiner fällt dein eigener liebevoller Umgang mit dir selbst aus. Umgekehrt gilt das ebenso. Je weniger du dich liebevoll behandelst, desto weniger wertvoll fühlst du dich.

Wenn du das Gefühl hast, nicht liebenswert oder wichtig zu sein, handelst du meist nicht ausreichend nach deinen eigenen Bedürfnissen. Im Kopf spucken meist Gedanken herum, wie „Das habe ich nicht verdient!“ „Ich bin es nicht wert!“, „Warum soll ich nett zu mir sein?“. Genau die Art von Gedanken sabotieren leider, dass du keine Chance hast, dein negatives Mindset zu ändern und in der Konsequenz in unangenehmen Gefühlen steckenbleibst.

Ein Aufbau an selbstfürsorgliches Verhalten kann dir zunächst helfen aus einem Stimmungstief herauszukommen und langsam deinen liebevollen Blick auf dich Selbst zu steigern. Dafür musst du dir aber zunächst die Erlaubnis geben, einen Waffenstillstand mit deinem inneren Kritiker zuzulassen. Ein Waffenstillstand könnte z.B. sein, „Ich bin fair zu mir. Zu anderen bin ich doch auch viel milder im Umgang! Warum gilt das nicht für mich?“, „Ich darf nett zu mir sein!“.

Selbstfürsorge-Tipps

✨Gönne dir Bewegung, geh raus und tanke ?-strahlen

✨Erlaube dir Fehler zu machen und lerne daraus, anstelle dich abzuwerten. Verändere deine selbstkritische Meinung über dich!

✨Kauf dir leckere kulinarische Produkte. Was ist dein Lieblingsgericht? Was trinkst du gern? Koche für dich und mach es dir gemütlich zuhause. Decke den Tisch für dich schön. Lade vielleicht einen netten Gast dazu ein.

✨Stell dir schöne Blumen in die Wohnung.

✨Mach dir Musik an. Wenn du Lust hast, tanze oder singe mit.

✨ Gönne dir schöne Bodycremes, Gesichtscremes oder Duschgels.

✨Wenn dir nach sozialen Kontakten ist, frag von dir aus. Sperre dich nicht schon vorher aus Angst vor Ablehnung ein.

✨Teile deine Gedanken mit (Tagebuch, rufe ein/e Freund/in an) und entlaste dich.

✨Falls keiner Zeit hat, unternimmt mit dir selbst etwas oder such dir ein neues Hobby. Was wolltest du schon immer mal ausprobieren?

✨Geh über den Wochenmarkt bummeln, setz dich in ein Café, kauf dir ein schönes Buch oder fahre Fahrrad. Vielleicht hast du Lust auf Entspannung? Yoga- oder Achtsamkeitskurse sind derzeit sehr beliebt.

✨Gehe regelmäßig zu Vorsorgeuntersuchungen.

☝️Du bist der Mensch, mit dem du 100 % Zeit verbringst. Da ist doch Fairness und ein liebevoller Umgang angebracht!

Bildnachweis: Canva

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Gewohnheiten verändern https://www.psychotherapie-twenhoefel.de/gewohnheiten-veraendern https://www.psychotherapie-twenhoefel.de/gewohnheiten-veraendern#respond Sun, 07 Jun 2020 19:48:41 +0000 https://www.psychotherapie-twenhoefel.de/?p=3136 Das Loch in der Straße -Wir tappen immer wieder in die Gewohnheitsfalle- Im Laufe unseres Leben eignen wir uns verschiedene Gedanken- und Verhaltensmuster an. Vor allem, wenn wir noch ganz jung sind -so ab unserem fünften, sechsten Lebensjahr- programmiert sich unser Gehirn wie eine Festplatte mit all unseren  Erfahrungen, [...]

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Das Loch in der Straße

-Wir tappen immer wieder in die Gewohnheitsfalle-

Im Laufe unseres Leben eignen wir uns verschiedene Gedanken- und Verhaltensmuster an. Vor allem, wenn wir noch ganz jung sind -so ab unserem fünften, sechsten Lebensjahr- programmiert sich unser Gehirn wie eine Festplatte mit all unseren  Erfahrungen, die wir im Leben machen.

Sei es, dass wir unsere Eltern, Großeltern, Lehrer, Freunde beobachten und uns deren Verhalten abgucken oder Reaktionen auf unsere Verhaltensweisen interpretieren und diese z.B. im Sinne von „Ich muss das tun oder mich so verhalten, um gemocht zu werden oder in Harmonie mit anderen zu leben!“.

Manchmal haben wir auch direkte Botschaften erhalten, die wir uns angenommen haben wie z.B. „Erst die Arbeit, dann das Vergnügen!“, „Sei lieb und brav“, „Eigenlob stinkt“ oder „Du schaffst das eh nicht“. Je älter wir werden, festigen sich unsere Denk- und Verhaltensmuster. Das führt oft dazu, dass wir uns gar nicht hinterfragen, ob unsere Gedanke oder  Verhaltensweisen gut und hilfreich für uns sind.

Oft bemerken wir negative Gedanken oder Verhaltensmuster erst, wenn wir mit anderen Menschen in Beziehungen sind, häufig ähnliche Konflikte haben oder gesundheitliche Probleme entstehen.

Ungünstige Denk- und Verhaltensweisen sind in der Regel fest verankert und laufen automatisch ab.

Erst im Erwachsenenalter spüren wir,  entweder aus der Liebe zu uns selbst oder weil der innere Druck zunimmt, etwas ändern zu müssen. Wir fangen an, unser Denken und Handeln ehrlicher zu hinterfragen. Gewohnheiten, die über Jahre antrainiert wurden, müssen zunächst einmal erkannt werden. Erst nach der Bewusstwerdung können wir Veränderungen einleiten. Das tun wir, in dem wir neue Erfahrungen zulassen, mit denen wir alte Muster überschreiben können.

Anstelle der eigenen Selbstreflexion ist es oftmals leichter, die Schuld für Probleme im Außen zu suchen. Dann werden den Eltern, den Partnern oder dem Chef die Schuld für die eigenen Unzulänglichkeiten, den Fehlern und Schwierigkeiten zugesprochen. Fakt ist, die Vergangenheit und andere Menschen können wir nicht ändern. Die Lösungen für neue Erfahrungen, Denk- und Verhaltensmuster liegen immer nur in uns. Das macht Veränderungen bzw. das Erlernen neuer Denk- und Verhaltensweisen nicht leichter, gibt uns aber das Gefühl, aktiv eigene Bedürfnisse erfüllen zu können und sich als selbstwirksam zu erleben. Wir sind keine Opfer der Umstände und von keinem abhängig, wenn wir erwachsen sind.

In unseren Köpfen sollten wir immer überprüfen, ob wir eigene Ketten um uns herum legen, uns klein halten oder uns in schwierige und ungesunde Beziehungen und Situationen begeben, so dass unsere zwischenmenschlichen und individuellen Bedürfnisse nicht erfüllt werden.

Das folgende Gedicht zeigt eindrücklich, wie leicht es ist, aus der Gewohnheit heraus, immer wieder automatisch in bekannte Denk- und Verhaltensweisen hineinzufallen, die uns nicht gut tun. Durch mehr Selbstreflexion oder den Austausch mit Freunden oder einem Therapeuten, kann man diese „Gewohnheitslöcher“ für sich wahrnehmen, identifizieren und verändern.

Eine gute Portion Ehrlichkeit und Selbstliebe braucht es, um den eigenen sicheren und haltgebenden Weg zu finden.

Loch in der Straße

I

Ich gehe eine Straße entlang.

Im Bürgersteig ist ein tiefes Loch.

Ich falle hinein.

Ich bin verloren… bin hilflos.

Es ist nicht meine Schuld,

dort hineingefallen zu sein.

Ich brauche sehr lange, um den Weg nach draußen zu finden.

II

Ich gehe die Straße entlang.

Im Bürgersteig ist ein tiefes Loch.

Ich tue so, als ob ich es nicht bemerken würde.

Ich falle wieder hinein.

Ich kann nicht verstehen, weshalb ich wieder hineingefallen bin.

Es ist meine Schuld.

Es dauert immer noch sehr lange, um den Weg nach draußen zu finden.

III

Ich gehe dieselbe Straße entlang.

Im Bürgersteig ist ein tiefes Loch.

Ich bemerke es.

Trotzdem falle ich hinein.

Das Hineinfallen ist eine vertraute Gewohnheit.

Meine Augen sind jetzt offen.

Ich weiß, wo ich mich befinde.

Ich bin dafür verantwortlich und finde den Weg nach draußen sofort.

IV

Ich gehe dieselbe Straße entlang.

Im Bürgersteig ist ein tiefes Loch.

Ich weiche aus und falle nicht mehr hinein.

V

Ich wähle eine andere Straße.

Gedicht: Nach der „Autobiographie in fünf Kapiteln“ vom buddhistischen Mönch Nyoshul Khenpos, zitiert in Sogyal Rinpoche: Das tibetische Totenbuch vom Leben und Sterben: Ein Schlüssel zum tieferen Verständnis von Leben und Tod.

Bildnachweis: ID 906023 © Noelle Otto | pexels

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Psychosomatik: Das Zusammenspiel zwischen Psyche und Körper https://www.psychotherapie-twenhoefel.de/psychosomatik-das-zusammenspiel-zwischen-psyche-und-koerper https://www.psychotherapie-twenhoefel.de/psychosomatik-das-zusammenspiel-zwischen-psyche-und-koerper#respond Sat, 30 Mar 2019 19:04:03 +0000 https://www.psychotherapie-twenhoefel.de/?p=2805 Unter psychosomatischen Erkrankungen werden körperliche Symptome verstanden, die durch psychische Belastungen ausgelöst oder verstärkt werden. Wenn es uns psychisch nicht gut geht, leidet der Körper mit. Das bedeutet, unsere seelischen Belastungen äußern sich oft in körperlichen Beschwerden, im Unwohlsein oder durch Schmerzen. Umgekehrt gilt das auch. Wenn es uns [...]

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Unter psychosomatischen Erkrankungen werden körperliche Symptome verstanden, die durch psychische Belastungen ausgelöst oder verstärkt werden.

Wenn es uns psychisch nicht gut geht, leidet der Körper mit. Das bedeutet, unsere seelischen Belastungen äußern sich oft in körperlichen Beschwerden, im Unwohlsein oder durch Schmerzen. Umgekehrt gilt das auch. Wenn es uns körperlich nicht gut geht, wirkt sich das meist auf unsere Stimmung aus.

1/4 aller Patienten, die ihren Hausarzt aufsuchen, leiden unter psychosomatischen Beschwerden.

Leider werden oft in Arztpraxen die psychischen Ursachen  nicht erkannt, so dass die Patienten keine wirksame Behandlung erhalten. Die Patienten werden oftmals falsch behandelt, gehen oft von Arzt zu Arzt, sie erhalten keine spezifische Diagnose oder bekommen das Gefühl, nicht ernst genommen zu werden. Das löst zusätzlichen Frust aus. Ärzte sprechen meist von funktionellen oder somatoformen Erkrankungen, wenn sie keinen ausreichenden Befund für die Symptome finden können.

Beispiele für psychosomatische Erkrankungen sind:

  • Asthma
  • Tinnitus
  • Diabetes
  • Hauterkrankungen
  • Bauch- , Kopf- und Rückenschmerzen
  • koronare Herzerkrankung
  • Haarausfall
  • Immunschwäche
  • Störungen des Essverhaltens

Gefühle wie Trauer, Ärger, Einsamkeit belasten immens.

Belastende Gefühle können bei länger anhaltenden Zustand unseren Körper drangsalieren und ihn schwächen. Auch Stress, Depressionen oder Angstzustände reduzieren unsere körperlichen Abwehrmechanismen und schwächen uns.

Wie wichtig es ist, sich seinen seelischen Problemen zu stellen, zeigt die Forschung. In der Psychotherapie können hilfreiche Strategien erarbeitet werden, um mit den Belastungen und unangenehmen Gefühlen zurecht zu kommen. Dies kann sich auch positiv auf die körperlichen Beschwerden auswirken. Es ist hilfreich, sich mit seinen psychischen Krisen und Belastungen auseinanderzusetzen, um das körperliche Gleichgewicht wiederherstellen zu können

Lesen Sie hierzu einen Artikel aus der „Süddeutsche Zeitung“ (Werner Bartens):

Deutschland hat Rücken, Großbritannien ist chronisch erschöpft.

(abgerufen am 30.03.2019)

Bildnachweis: ID 1415554 ©rawpixel.com | pexels

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Hilfsbereitschaft für psychisch Erkrankte https://www.psychotherapie-twenhoefel.de/hilfsbereitschaft-fuer-psychisch-erkrankte Sun, 30 Dec 2018 14:07:05 +0000 https://www.psychotherapie-twenhoefel.de/?p=2724 Die beste Medizin: Integration anstelle Heimunterbringung Seit vielen Jahren gibt es eine Pflegegemeinschaft in Geel nahe Antwerpen, wo psychisch kranke Personen bei Pflegefamilien wie ein Familienmitglied aufgenommen werden. So finden die oft isolierten, chronisch Kranken wieder ein Zuhause und ganz wichtig, sie erleben das Gefühl, wieder angenommen zu werden. [...]

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Die beste Medizin: Integration anstelle Heimunterbringung

Seit vielen Jahren gibt es eine Pflegegemeinschaft in Geel nahe Antwerpen, wo psychisch kranke Personen bei Pflegefamilien wie ein Familienmitglied aufgenommen werden. So finden die oft isolierten, chronisch Kranken wieder ein Zuhause und ganz wichtig, sie erleben das Gefühl, wieder angenommen zu werden.

Sie fühlen sich in dieser familiären Umgebung wohl, können eigenständiger als in einem Heim leben und erleben dadurch weniger akute Krisen. Manche Gäste bleiben im Durchschnitt 30 Jahre und geben ihren Pflegefamilien ebenso Unterstützung und Hilfsbereitschaft zurück.

Schon im 13. Jahrhundert pilgerten kranke Personen nach Geel, um Heilung zu erfahren. Schon damals galt der Ort als Zufluchtsstätte für psychisch kranke Menschen. Lesen Sie hier eine berührende Geschichte aus der Süddeutsche Zeitung Magazin über ein ganz besonderes Psychiatrieprogramm: Das Wunder von Geel

Bildnachweis: ID 461049 ©Pixabay | pexels

Textquelle: Süddeutsche Zeitung Magazin, Michaela Haas (25.12.2018). Das Wunder von Geel. URL: https://sz-magazin.sueddeutsche.de/die-loesung-fuer-alles/das-wunder-von-geel-86565 (abgerufen am 30.12.2018).

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Partnerschaftskonflikt Depression https://www.psychotherapie-twenhoefel.de/partnerschaftskonflikt-depression Sun, 09 Dec 2018 16:03:18 +0000 https://www.psychotherapie-twenhoefel.de/?p=2694 Befragung „Volkskrankheit Depression – So denkt Deutschland“ Die Stiftung Deutsche Depressionshilfe und Deutsche Bahn Stiftung befragten 5.000 Personen zwischen 18 und 69 Jahren zu Einstellungen und Erfahrungen zu der psychischen Erkrankung Depression. Volkskrankheit Depression Dabei stellte sich heraus, dass jeder 5. Befragte (21%) schon einmal [...]

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Befragung
„Volkskrankheit
Depression –
So denkt Deutschland“

Die Stiftung Deutsche Depressionshilfe und Deutsche Bahn Stiftung befragten 5.000 Personen zwischen 18 und 69 Jahren zu Einstellungen und Erfahrungen zu der psychischen Erkrankung Depression.

Volkskrankheit Depression

Dabei stellte sich heraus, dass jeder 5. Befragte (21%) schon einmal unter einer diagnostizierten Depression litt.
Weitere 16% gaben an, unter- nicht diagnostizierten- depressiven Symptomen gelitten zu haben.
27% gaben an, dass Angehörige oder Freunde unter einer diagnostizierten Depression erkrankt seien/waren.

Die im November 2018 veröffentlichte Studie „Deutschland-Barometer Depression“ zeigt weiter, das Depressionen einen starken Einfluss auf Beziehungen haben. Erkrankte fühlen sich oft vom Partner nicht Verstanden, erleben Trennungen oder berichten von Partnerschaftskonflikten.

folgen-der-depression-partnerschaft

84 Prozent verspüren während einer depressiven Episode ein Bedürfnis nach Rückzug.

Gründe dafür waren:

  • Interessenlosigkeit
  • Ruhebedürfnis
  • Kraftlosigkeit
  • Sorge für andere eine Belastung zu sein
  • andere zu enttäuschen
  • Schuldgefühle
  • Konflikte zu vermeiden

Erkrankte berichten oft von Einsamkeitsgefühlen und Gefühlen der Isolation. Depressive Symptome können zudem starke Auswirkungen auf die Partnerschaft haben.

Auch Angehörige leiden unter Sorgen, wenn ein nahestehender Mensch unter Depressionen leidet.

Von 200 Befragten berichten

  • 73% Schuldgefühle zu haben
  • 61% von Ärger über den Erkrankten und Streitigkeiten
  • 21%  von einem Auseinanderleben der Beziehung
Depression-wie-fuehlen-Angehoerige

Aber sowohl die Erkrankten als auch die Angehörigen berichten auch von positiven Auswirkungen auf die Beziehung:

  • Die Angehörigen hatten den Eindruck, dass sich die Beziehung vertieft habe; der Erkrankte Vertrauen und Offenheit entwickelt habe
  • Die Erkrankten haben vor allem die Unterstützung des Angehörigen als positiv erlebt
Angehörige depressiv Erkrankter

Bildnachweis: ID 278312 ©Pixabay | pexels

Textquelle und Infografiken: Deutsche Bahn Stiftung und Deutsche Depressionshilfe: Deutschland-Barometer Depression 2018. URL: https://www.deutsche-depressionshilfe.de/presse-und-pr/downloads (abgerufen am 09.12.2018).

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Einsamkeit überwinden https://www.psychotherapie-twenhoefel.de/einsamkeit-ueberwinden https://www.psychotherapie-twenhoefel.de/einsamkeit-ueberwinden#respond Sun, 04 Nov 2018 08:54:16 +0000 https://www.psychotherapie-twenhoefel.de/?p=2599 Bin ich einsam oder allein? In den kalten Wintermonaten, in denen sich viele in die eigenen vier Wände zurückziehen und auch die Weihnachtszeit beginnt, kann das Gefühl von Alleinsein oder sich einsam fühlen verstärkt auftauchen. Doch es gibt da einen großen Unterschied zwischen Alleinsein bzw. Singlesein und Einsamkeit. Einsamkeit beschreibt [...]

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Bin ich einsam oder allein?

In den kalten Wintermonaten, in denen sich viele in die eigenen vier Wände zurückziehen und auch die Weihnachtszeit beginnt, kann das Gefühl von Alleinsein oder sich einsam fühlen verstärkt auftauchen. Doch es gibt da einen großen Unterschied zwischen Alleinsein bzw. Singlesein und Einsamkeit.

Einsamkeit beschreibt im Gegensatz zum Alleinsein die soziale Isolation; wenn man sich mit keinem anderen verbunden fühlt.

Das Gefühl kann sich auf verschiedenen Ebenen bemerkbar machen.  Es kann mit Traurigkeit und seelischem Schmerz einhergehen, nämlich dann, wenn man sich nach einer Partnerschaft oder nach Freundschaften sehnt. Oft kann auch eine Angst entstehen, alleine zu bleiben. Wenn es uns psychisch nicht gut geht, kann sich das auch körperlich ausdrücken, wie zum Beispiel durch Bauchschmerzen, Antriebslosigkeit oder Schlafstörungen. Menschen, die sich einsam fühlen, haben oft auch negative Gedanken:

  • „Ich werde nicht geliebt!“
  • „Ich bin nicht attraktiv!“
  • „Ich werde nicht verstanden!“
  • „Ich reiche nicht aus!“

Sich einsam zu fühlen kann bedeuten, sich nicht geliebt, sich nicht integriert und sich verlassen zu fühlen. Man sehnt sich nach Nähe und Geborgenheit. Es gibt aber auch Menschen, die sich trotz einer Partnerschaft, einer Familie oder Gesellschaft einsam und verlassen fühlen.

Alleinsein kann im Gegensatz dazu was Positives bedeuten.

Zeit für sich zu haben, um all die Dinge machen zu können, auf die man Lust hat, Entscheidungen zu treffen ohne auf Kompromisse einzugehen oder um einfach zur Ruhe zu kommen, kann was sehr Entspannendes und Wohltuendes auslösen. Es bedeutet, für eine Weile Zeit mit sich zu verbringen. Dies gelingt oftmals leichter, wenn man Familie oder Freunde um sich herum weiß, die einem Nahe sind oder mit denen man ab und an Zeit verbringen kann. Der Gedanke „Ich bin allein, aber nicht einsam“ kann hilfreich sein.

Einsamkeit kann man überwinden.

Auf der Webseite des Pal Verlags erhalten Sie weitere Informationen, aber vor allem Tipps um aus den unangenehmen Gefühlen und belastenden Gedanken herauszukommen.

Bildnachweis: ID 247195 ©Pixabay | pexels

Textquelle: Dr. Doris Wolf, Pal Verlag. „Wege aus der Einsamkeit“.
URL: https://www.palverlag.de/Einsamkeit.html (abgerufen am 04.11.2018).

Eine Psychotherapie kann helfen, Einsamkeit und innere Leere zu überwinden. Hier erfahren Sie mehr zu meinem psychotherapeutischen Angebot.

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